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2. Hoffeste litten unter dem Regenwetter
Aufstrebender Stadtteil mit gutem Branchenmix, viel Kultur und Freizeitangeboten
Die Interessengemeinschaft Quartier Mainzer Straße (IG) arbeitet seit zehn Jahren erfolgreich daran, ihren Stadtteil für die Besucher attraktiver zu machen und zu zeigen, wie gut es sich in diesem abwechslungsreichen Wohn-, Geschäfts- und Kultur-Quartier leben, einkaufen und feiern lässt. Unterstützung bekommt die IG von der Landeshauptstadt, aus der Politik sowie von Spendern und Sponsoren. "Mit allen Aktivitäten im Quartier" so die beiden Sprecher Andrea Dumont vom Hotel-Café-Kaiserhof und Gerd Leidinger (Hotel Domicil Leidinger), "wollen wir mittel- und langfristig die Situation unserer Bewohner, Dienstleister und Gewerbetreibenden verbessern. Auch die Hoffeste verfolgen diesen Zweck."
Saarbrücken / Quartier Mainzer Straße. Am 1. Mai öffneten die Anwohner zum zweiten Mal ihre Höfe und zeigten den Besuchern damit das Innenleben ihres Quartiers. In den Höfen konnte man sich informieren, kulturelle Angebote wahrnehmen, einkaufen, feiern und nette Menschen kennenlernen. "Der Vormittag war zwar praktisch "in`s Wasser gefallen" und mancher - teils namhafte und bekannte - Teilnehmer ergriff die Flucht", bilanzierte Organisationsleiter Wolfgang Graul das Fest, "aber mit dem Nachmittag und frühen Abend waren alle zufrieden - verglichen mit sonstigen Sonn- und Feiertagen hatten wir sogar sehr viele Menschen in der Straße. Und wenn dann auch noch Musik auf die Gehwege drang, wie zum Beispiel die der "Klezmer-Jam" rund um Margit Erfurt-Freund in der Mainzer 26, dann war der Hof auch gleich voll."
Eröffnet wurde das Fest in den zwölf Höfen gleich zweimal: um 11 Uhr gab Lisa Kemmer, die amtierende Bürgermeisterin von Mini Saarland, das Zeichen für den Start des Kinderfestes hinter dem Ferrumhaus und nach der Diskussionsrunde mit Anwohnern, Politikern und Vertretern der Medien eröffnete die Schirmherrin und Bezirksbürgermeisterin Christa Piper ganz offiziell das eigentliche Fest. Zentrale Themen der bei Mai-Bowle geführten Diskussion waren natürlich die Situation im Quartier, die Planungen und Entfaltungsmöglichkeiten - unter anderem im Rahmen eines BID ("Business Improvement District" oder "Bündnis für Investition und Dienstleistung") - und die Ziele der IG, die bereits erreicht werden konnten.
Zur Zeit beschäftigt sich die IG mit den Möglichkeiten, die ein BID hinsichtlich Instandhaltung, Aufwertung und Steigerung der Attraktivität des Quartiers bietet. "Hier leben" - so Graul - "fast 5.200 Bewohnern, d.h. wir sind einer der am dichtesten besiedelten Stadtteile der Landeshauptstadt und das Quartier könnte für seine derzeitigen und potentiellen Bewohner noch deutlich interessanter werden." Die vorhandenen teils sehr großen Wohnungen bieten - sofern das Umfeld und die Rahmenbedingungen optimiert werden können - Raum für kinderreiche Familien oder generationenübergreifendes Wohnen. Bezüglich der Rahmenbedingungen sind Veränderungen der Verkehrsführung und der Parkraumbewirtschaftung, sowie eine mögliche Verschwenkung der B 51 angedacht. IG-Sprecher Leidinger: "Bei einer Umwidmung der Bundesstraße könnte die Mainzer Straße ab der Bleichstraße eine normale aber verschmälerte Stadtstraße werden und würde für Geschäftsleuten und Gastronomen nutzbar. Im Rahmen des BID soll es primär um die Planung und Realisierung von Fassadenbeleuchtungen gehen, aber auch um die Umgestaltung von Bürgersteig und Fahrbahn. Über diese Themen führen wir bereits seit einigen Monaten Gespräche mit unserer Baudezernentin Dr. Rena Wandel-Hoefer und haben dabei bislang ein gutes Gefühl."
Quartier als Modell für Stadtplanung und Stadtentwicklung
Einig war sich die Diskussionsrunde ganz schnell bei zwei anderen Themen: für die Fortentwicklung des Quartiers sei es überaus wichtig, dass analog Luisen- oder Nauwieser Viertel die "Mainzer" konsequent einen eigenen Namen hat und dass das Quartier ein Modell- oder Probegebiet für Stadtplanung bzw. Stadtentwicklung sein könnte. Hier sollte - zusammen mit einer der aktivsten Bürgerschaften der Landeshauptstadt - für das restliche Saarbrücken getestet werden, was planerisch möglich und was real sinnvoll ist.
Aber selbstverständlich hatten die Macher und Anwohner des Quartiers nicht nur diskutiert, sondern trotz Regen auch ihr Programm abgewickelt. Der "Unplugged-Hof mit Live-Musik & Speisen vom Grill" des Synop konkurrierte mit dem italienischen Hof vom Da Toni, dem spanischen Hof vom Zapata, dem Tango-Hof des Domicil Leidinger und dem "Bunten Hof" der Mainzer 52 mit seinem abwechslungsreichen Angebot der anliegenden Gewerbetreibenden für jeden Geschmack, mit Speis & Trank sowie vielfältigem Programm. Witterungsbedingt verlegte das Reinhardt-Winterstein-Quartett seinen Auftritt in das Domicil Leidinger. Das Filmhaus zeigte passend zum "Tag der Arbeit" den Film "STREIK" von Sergei M. Eisenstein. Auf dem Künstler- und Kunsthandwerkermarkt im Filmhaus-Hof hatte auch SchlauCom von energis seinen Standort, unter anderem mit einem Wein-Sensorik-Test und einer pfiffigen Mainzerstrasse-Höfe-Tour mit attraktiven Preisen der energis und von Geschäften aus dem Quartier.
In der Mainzer Straße 49 öffnete Petra Jost hinter ihrem Geschäft "PP First & Second Hand Designermoden" einen Klassik- & Mode-Hof und in der Mainzer Straße 56, verwandelt Judith Schneider ihr Atelier und den Hof am alten Backhaus wieder in einen "Kunst- & Limerick-Hof mit Bildern und Sculpturen", in dem Hermann Gelszinus Gitarre spielte, Gerd Heger mit Lesung und Musik auftrat und die Kaffeehaus-Combo live Musette, Tango, Rumba und mehr servierte. In der Goethestube drehte sich alles um Bohnensuppe und Spargel, am Abend war das Krua Thai mit seinen thailändischen Speisen dabei und im Hotel Kaiserhof in der Mainzer 78 wartete ein Wiener Caféhaus mit hausgemachtem Kuchen, Kaffeespezalitäten und Konfitüren aus eigener Produktion auf die Hoffest-Besucher. Auf dem großen Parkplatz hinter dem Ferrum-Haus und neben der EDEKA-Baustelle unterhielten die Freiwillige Feuerwehr St. Johann, der Deutsche Kinderschutzbund und die "Kunst-Werkstatt Abraxas" die kleinen Besucher, während die Tanzschule Bootz - Ohlmann Vorführungen und Mitmachaktionen anbot.
Weitere Informationen über Wolfgang Graul, Rosenstraße 22, 66111 Saarbrücken, Telefon 0681-9541172, Email info@amper-agentur.de
Termine zum Vormerken:
11. Mai Stammtisch Quartier Mainzer Straße ab 19:30 Uhr in der Ulanen - Schenke (Mainzer Str. 131, 66121 Saarbrücke)
08. Juni Geschichtswerkstatt um 19 Uhr im Hotel-Café-Kaiserhof (Mainzer 78)
29. Juni Treffen Plenum (alle Anlieger) um 19:30 Uhr, Ort wird noch bekannt gegeben
04. September 10. Nachbarschaftsfest, Motto "Wohnen im Quartier Mainzer Straße - auf dem Weg zum Erlebnis Wohnquartier"
01.-24. Dezember Der etwas andere – begehbare – Adventskalender
[ amper / 13.05.2010 15:44 ]
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